Erste Hilfe beim Blackout: Hausapotheke, Medikamente & Notruf

    So planen Sie Erste Hilfe, persönliche Medikamente und Arzneimittellagerung für einen Stromausfall in Österreich.

    Erste Hilfe beim Blackout: drei Punkte zuerst

    Eine Hausapotheke hilft bei kleineren Beschwerden und Verletzungen, ersetzt aber keine medizinische Notfallversorgung. Planen Sie im Voraus, wie Sie Ihre persönliche Dauermedikation und eventuell kühlpflichtige Arzneimittel sicher handhaben.

    • Notruf: Bei Lebensgefahr in Österreich 144 wählen; 112 ist der Euro-Notruf.
    • Medikamente: Vorrat und Lagerung mit Arztpraxis oder Apotheke passend zur eigenen Verordnung planen.
    • Überblick: Medikamentenliste, Allergien und wichtige Kontakte auf Papier bereithalten.

    Das modulare Apotheken-System für den Blackout

    Bauen Sie Ihre Notfallapotheke in drei Modulen auf — von der Basisversorgung bis zur Spezialmedizin

    Modul 1: Basisversorgung

    Verbandmaterial und Hilfsmittel für kleinere Verletzungen und Beschwerden.

    • Sterile Wundauflagen & elastische Binden
    • Geeignetes Haut- oder Wunddesinfektionsmittel
    • Persönlich geeignete, rezeptfreie Arzneimittel nach Beratung
    • Pflaster in verschiedenen Größen
    • Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe

    Modul 2: Chronische Erkrankungen

    Für Menschen mit Dauermedikation — Vorrat und Notfallplan individuell abstimmen.

    • Verordnete Dauermedikamente und abgestimmte Reserve
    • Medikamentenliste in Papierform
    • Allergie-Notfallset (falls vorhanden)
    • Blutdruckmessgerät (batteriebetrieben)
    • Kontaktdaten von Arztpraxis und Apotheke

    Modul 3: Erweiterte Erste Hilfe

    Für längere Krisenszenarien und Familien mit Kindern oder Senioren.

    • Fieberthermometer mit passenden Ersatzbatterien oder batteriefreies Modell
    • Rettungsdecke (gold/silber, wärmend)
    • Erste-Hilfe-Handbuch (gedruckt)
    • Mundschutzmasken (FFP2)
    • Elektrolytlösung; Zubereitung genau nach Packungsbeilage

    Medikamente bei Stromausfall: Lagerung und Kühlung

    Für jedes Arzneimittel gelten die Lagerhinweise auf der Verpackung und in der Gebrauchsinformation. Das BASG weist darauf hin, dass die meisten Medikamente bei Raumtemperatur bis 25 °C gelagert werden können; eine Kühlung ist nur nötig, wenn sie für das konkrete Präparat vorgeschrieben ist. Insulinpräparate unterscheiden sich außerdem je nach Produkt und danach, ob sie ungeöffnet oder bereits in Verwendung sind.

    Vor dem Stromausfall

    • Alle kühlpflichtigen Arzneimittel und ihre Temperaturvorgaben notieren
    • Mit Arztpraxis oder Apotheke einen passenden Ausfallplan abstimmen
    • Medikamentenliste, Beipackzettel und wichtige Kontakte griffbereit halten

    Wenn die Kühlung ausfällt

    • Kühlschrank geschlossen halten und Temperatur messen, statt eine feste Haltbarkeit anzunehmen
    • Arzneimittel in der Originalverpackung lassen und vor Licht sowie Feuchtigkeit schützen
    • Arzneimittel nicht einfrieren und Kühlakkus nicht direkt an die Packung legen

    Bei einer Temperaturabweichung:

    Notieren Sie möglichst Dauer und Temperatur und fragen Sie eine Apotheke, die behandelnde Praxis oder den Hersteller, bevor Sie sich auf das Präparat verlassen. Eine sichere Beurteilung allein nach Aussehen ist nicht möglich. Hinweise zur allgemeinen Lagerung bietet das BASG.

    Österreichische Quellen zur Hausapotheke und Arzneimittellagerung

    Gesundheitsportal Österreich — Checkliste Hausapotheke

    Die Checkliste nennt Arzneimittel, Verbandmaterial und Hilfsmittel für die persönliche Hausapotheke. Die Empfehlungen stammen unter anderem von der Österreichischen Apothekerkammer und dem Zivilschutzverband.

    → Zur Hausapotheken-Checkliste

    BASG — Laufzeit und Lagerung von Arzneimitteln

    Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen erklärt, warum die Lagerhinweise des jeweiligen Medikaments maßgeblich sind und weshalb nicht alle Arzneimittel gekühlt werden sollen.

    → Zu den BASG-Lagerhinweisen

    Stadt Wien — Rettungsnotruf 144

    Bei lebensbedrohlichen medizinischen Notfällen ist in Österreich die Rettung unter 144 erreichbar. Der Euro-Notruf 112 ist ebenfalls verfügbar.

    → Informationen zum Notruf 144

    Kostenlose Blackout-Checkliste

    Laden Sie die Checkliste direkt herunter. Für den PDF-Zugriff ist keine E-Mail-Adresse erforderlich.

    Kostenloser PDF-Download

    Häufige Fragen zur medizinischen Blackout-Vorsorge

    Eine Grundausstattung umfasst Verbandsmaterial, sterile Wundauflagen, Pflaster, Einmalhandschuhe, eine Verbandsschere, eine Pinzette, ein Fieberthermometer und geeignete Haut- oder Wunddesinfektion. Ergänzen Sie persönliche, ärztlich verordnete Arzneimittel. Die passende Ausstattung hängt von Alter, Allergien und Gesundheitsbedarf im Haushalt ab; lassen Sie sich dazu in einer Apotheke beraten.

    Eine für alle Personen und Medikamente gültige Vorratsdauer gibt es nicht. Besprechen Sie bei Dauermedikation rechtzeitig mit der behandelnden Praxis oder Apotheke, welche Reserve für Ihren Bedarf und Ihre Verordnung möglich ist. Halten Sie eine aktuelle Medikamentenliste bereit und verändern Sie Einnahme oder Dosierung nicht eigenständig.

    Maßgeblich sind Verpackung und Gebrauchsinformation des jeweiligen Arzneimittels. Laut BASG können die meisten Medikamente bei Raumtemperatur bis 25 °C gelagert werden; Kühlung ist nur erforderlich, wenn sie für das konkrete Präparat angegeben ist. Bewahren Sie Arzneimittel in der Originalverpackung, trocken, lichtgeschützt und für Kinder unerreichbar auf.

    Dafür gibt es keine allgemeingültige Stundenangabe. Die zulässige Temperatur und Dauer unterscheiden sich je nach Insulinpräparat und danach, ob es ungeöffnet oder bereits in Verwendung ist. Folgen Sie der Packungsbeilage; Insulin darf nicht einfrieren. Bei einer Temperaturabweichung notieren Sie Dauer und Temperatur und fragen Sie Apotheke, behandelnde Praxis oder Hersteller, bevor Sie sich auf das Präparat verlassen.

    Beurteilen Sie die Wirksamkeit nicht allein nach Aussehen oder Geruch. Notieren Sie, wie lange und ungefähr bei welcher Temperatur das Arzneimittel gelagert wurde, und fragen Sie eine Apotheke, die behandelnde Praxis oder den Hersteller. Setzen Sie wichtige Medikamente nicht eigenständig ab, ersetzen Sie keine Dosis und frieren Sie das Präparat nicht ein.

    Bei einer lebensbedrohlichen Situation in Österreich rufen Sie den Rettungsnotruf 144; der Euro-Notruf 112 ist ebenfalls erreichbar. Nennen Sie den genauen Ort, schildern Sie kurz, was passiert ist, und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle.